"Mit dem Schwerpunkt „Kunst und Technik“ kuratieren wir ein Begleitprogramm für die diesjährigen Tech Days und regen einen Dialog zwischen Kultur, Industrie und Entwicklung an."
Für die TechDays 2026 hat Blended Art Space ein Begleitprogramm kuratiert, das den diesjährigen Schwerpunkt „Kunst und Technik“ wahrnehmbar macht. Es geht dabei um mehr als Illustration: um das Verständnis von Kunst als Motor für Innovation, um die wertschöpfenden Impulse aus dem Kunst- und Kulturbereich für technologische Weiterentwicklung, um ein Agenda-Setting jener Themen, die im Zusammenhang mit technologischem Fortschritt gesellschaftlich verhandelt werden müssen – und um neue Netzwerke zwischen Kultur, Industrie und Entwicklung.
Sichtbar wird dieser Schwerpunkt an zwei Orten: in Installationen im Rahmen der Ausstellung in der TonHalle und im Eingangsbereich des Technikums, sowie in künstlerischen Live-Performances zwischen den Wortbeiträgen des Bühnenprogramms.
Wrecking Ball As Safe Space.
Die Installation von EMIXAR & Holger Dreissig verbindet Skulptur und Extended Reality (XR) zu einem immersiven Erlebnis. Besucherinnen und Besucher treten durch die Öffnung einer überdimensionierten Abrisskugel in den virtuellen „Pink Panic Room“ ein. Analoges Objekt und digitale Erweiterung verschmelzen zu einer spekulativen Zukunftsvision zwischen Science-Fiction und gesellschaftlicher Analyse.
Timo Dufner – Die Maschine erinnert sich
Die Installation basiert auf einem eigens entwickelten neuronalen Netzwerk und zählt zu den frühen, heute beinahe historischen künstlerischen Anwendungen von Künstlicher Intelligenz. Aus den Spuren aller Besucherinnen und Besucher entsteht nach und nach ein gemeinsames Porträt, das die kollektive Präsenz des Publikums sichtbar macht.
Trojan – Sebastian Hertrich.
Sebastian Hertrich formt aus Computerplatinen Skulpturen antiker Mythenfiguren – Macht, Verführung und Sieg treffen auf das Material der digitalen Gegenwart.Die Skulpturen wurden und freundlicherweise vom Phoenix Kunstpreis zur Verfügung gestellt.
CHAGALL.
Die Künstlerin und Creative Technologist CHAGALL verbindet Musik, Bewegung und digitale Technologien zu einer immersiven Live-Performance. In einer virtuellen Version ihrer Installation B.A.B.Y. (Bionic Assistant for Becoming Yourself) steuert sie mithilfe eines Motion-Capture- und Sensoranzugs Klang, Licht und visuelle Welten in Echtzeit durch die Bewegungen ihres Körpers. Die Performance macht erlebbar, wie kreative Praxis neue Formen der Mensch-Technologie-Interaktion hervorbringen kann – intuitiv, emotional und unmittelbar. CHAGALL gibt Einblicke in die Entwicklung neuer kreativer Formate an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und zeigt, wie künstlerische Experimente Impulse für nutzerzentrierte und emotionale Technologien liefern können.
KYMAT.
KYMAT verbindet Kunst, Musik und Wellenphysik zu immersiven Klanginstallationen, in denen Schall sichtbar wird. Mithilfe der Kymatik – der Visualisierung von Schwingungen – entstehen aus Frequenzen, Stimmen und Musik faszinierende Wasserbilder, die sich in Echtzeit verändern: Klang verwandelt sich in organische Muster, geometrische Strukturen und lebendige Landschaften zwischen Chaos und Ordnung. Besucher:innen werden dabei selbst Teil des Experiments und erleben unmittelbar, wie aus Klang Form entsteht.
GAMMON.
Gammon zählt zu den Pionieren der österreichischen Modular-Synthesizer-Szene. Seine Arbeiten verbinden analoge und digitale Technologien mit improvisatorischen und räumlichen Klangkonzepten und machen elektronische Musik als lebendigen, performativen Prozess erfahrbar. In seiner Live-Performance wird Technologie nicht als unsichtbares Werkzeug, sondern als kreativer Mitspieler hör- und sichtbar: Durch den Einsatz modularer Synthesizer entstehen komplexe Klanglandschaften in Echtzeit – unmittelbar, experimentell und einzigartig.
PANEL TALK: FROM CANVAS TO CODE. How Art Inspires Innovation
Wie können Kunst und kreative Praxis technologische Innovation bereichern? In diesem Panel diskutieren Vertreter aus Kunst, Kultur, Technologie und Wirtschaft über neue Formen der Zusammenarbeit an den Schnittstellen von Kreativität, Forschung und Entwicklung.
Anhand von Beispielen aus Musik, Performance, immersiven Medien und digitalen Plattformen geht es um Fragen von Kreativität, Urheberrecht, Fairness und Diversität ebenso wie um die Potenziale künstlerischer Arbeitsweisen für Innovationsprozesse. Das Panel zeigt, wie Kunst nicht nur auf technologische Entwicklungen reagiert, sondern als Experimentier- und Denkraum neue Perspektiven, Methoden und Impulse für die Gestaltung technologischer Zukunft eröffnen kann.
Podiumsgäste
Prof. Ralf Schmid (Pianist, Komponist, Medienkünstler) / PYANOOK
Blended Art Space ist eine gemeinnützige Produktionsfirma und Plattform, die sich der Interaktion von Kunst und Gesellschaft widmet und interdisziplinäre, genreübergreifende Formate fördert und umsetzt. Über Podcasts, Blogartikel und Videos reflektieren wir kreative Prozesse und gesellschaftliche Themen und realisieren Projekte, die Innovation und künstlerische Freiheit vereinen.